13.08.2016

Buell-Gewitter im Odenwald

Den Herrn hier auf dem Foto kenne ich schon sehr lange. Im Jahr 2000 drückten wir gemeinsam die Praktikantenbank bei der Zeitschrift MO in Stuttgart. Goldene Zeiten! Den Kontakt haben wir seither gehalten, allerdings konnte ich Karsten bislang nicht bewegen, mal nach Würzburg zu kommen. Immer war ich es, der ihn besucht hat. OK: Der Glückspilz wohnt in Freiburg, und das ist schon eine verdammt coole Stadt. Tagsüber Motorrad fahren im Schwarzwald, abends die freie Auswahl aus dutzenden Kneipen - da fahre ich doch gerne mal hin.
Andererseits können Würzburg und seine Umgebung durchaus mithalten, wie ich finde. Und so konnte ich Karsten nach jahrelanger Bearbeitung endlich bewegen, seine Buell nordwärts zu lenken und mich zu besuchen. Schön war das! Auch wenn das Wetter nicht ideal war, konnten die Strecken im Odenwald und entlang Tauber und Jagst selbst dem verwöhnten Schwarzwaldkenner gefallen, und für abendliche Trinktouristen hat Würzburg ja ebenfalls einiges in petto. Ein schönes Wochenende war das, und nun fahre ich auch gerne mal wieder nach Freiburg!

11.08.2016

Eigentlich schön, aber

Nach der nicht so überzeugenden Vorstellung der Ducati Hypermotard freute ich mich umso mehr auf die nächste italienische Testmaschine: die. Scrambler. Da konnte ja nichts schiefgehen: luftgekühlter Motor, klassische Optik, bequeme Sitzposition - alles perfekt.
Auf einer kleinen After-Work-Tour mit meinen Kollegen konnte ich die Süße heute ausprobieren. Hach ja. Für eine Duc fährt sie sich fast schon zu brav. Der Motor total bedienerfreundlich, fast schon wie eine ER6. Und so kurz übersetzt, man glaubt es kaum. Die erste Ducati, bei der ich bei 100 schon den siebten Gang suche. Wegen des breiten Hinterreifen braucht man ganz schön viel Schräglage. Und die dicke Sitzbank ist so hart, dass einem nach einer Stunde der Arsch weh tut. Komisch. Eigentlich ist die Scrambler eine tolle Maschine, trotzdem habe ich nur zu meckern.
Man kann es mir offenbar nicht rechtmachen.

08.08.2016

Klassiker unter sich

Die Tage werden wieder kürzer, das lässt sich nicht mehr verdrängen. Umso mehr kommt es drauf an, die wunderschöne Abendsonne zu genießen. Am besten geht das mit dem Motorrad. Ist doch klar, oder?

31.07.2016

Zwei wilde Mustangs

Bislang dachte ich immer, Isas MT-09 wäre schwierig zu fahren. Aber nun weiß ich, dass es noch schlimmer geht. Die Hypermotard ist eine der wenigen Ducatis, mit der ich wirklich gar nichts anfangen kann. Die Supermoto-typische Sitzposition nah am Lenker passt mir überhaupt nicht, und der Motor nervt mit dem synthetischen, inkonsistenten Ansprechen aufs Gas. Das Thema Ride by wire hat Ducati bei anderen Modellen besser im Griff. Und so war ich ausnahmsweise nicht böse, das wir nur zwei Stunden Zeit für unsere Ausfahrt hatte. Immerhin: Schön aussehen, das kann sie, die Hyper.

24.07.2016

Neuland

Das vorletzte Juliwochenende ist traditionell der Zeitpunkt für die Motorradausfahrt, die mein Arbeitgeber für Kunden, Abonnenten und andere Partner organisiert. Fast von Anfang an bin ich als Tourguide dabei und genieße die mittlerweile viertägige Tour von Jahr zu Jahr mehr.
Diesmal war ich allerdings etwas unsicher, ob ich als Vorausfahrender eine gute Figur machen würde - schließlich ging es zum ersten Mal in eine Gegend, in der ich weder mit dem Motorrad noch mit dem Auto jemals gewesen bin: das Saarland und Luxemburg. Aber andererseits freute ich mich darauf, etwas Neues kennenzulernen.
Auf der Anreise machte das Saarland noch einen denkbar schlechten Eindruck auf mich: Ewig lange, furchtbar öde Straßendörfer erstreckten sich auf den letzten 30, 40 Kilometern vor unserem Unterkunftsort Losheim am, ähem, See ("Weiler" wäre angemessener). Und auf den wenigen freien Landstraßen fuhr kein Mensch schneller als 60 km/h. Was wohnen da nur für Leute?
Das Landschaftsbild änderte sich allerdings westlich der B 268. Hier wurde es hügelig, kurvig, waldreich und stellenweise spektakulär - wie an der Saarschleife bei Mettlach (siehe Foto - den linken Flussarm müsst ihr euch jetzt denken). Noch viel schöner ist es freilich im benachbarten Großherzogtum Luxemburg. Wer jetzt nur an die gleichnamige Hauptstadt mit ihren Banken denkt, weiß nicht alles. Vor allem der nördliche Teil des kleinen Landes (2.585 Quadratkilometer - exakt so groß wie das Saarland, wirklich!), der in den Ardennen liegt, ist mit seiner dünnen Besiedelung, den lauschigen Flusstälern und kurvenreichen Strecken ein richtig gutes Motorradrevier. Und alles so sauber und geputzt! Fast wie die Schweiz, nur netter.
Zur Navigation nutzte ich zum ersten Mal eine auf meinen Tomtom geladene, fertig konfigurierte Route.  Das machte mir anfangs noch mehr Sorgen als meine Ortsunkenntnis, funktionierte aber wider Erwarten gut. Bis auf das eine Mal eben...
Auf der Tour konnte ich zudem nach langer Zeit einmal wieder Royal Enfield fahren, weil uns der Importeur zwei Testmaschinen gestellt hatte. Mit 27 PS eine Gruppe zu führen, in der acht von neuen Teilnehmern deutlich über 100 PS zur Verfügung hatten, war zweifellos ambitioniert. Aber ich holte alles aus der Inderin heraus und schaffte es tatsächlich, vor meinen Schäflein zu bleiben. Nur bei langen Ansteiegen wurde es etwas zäh. Aber niemand meckerte, und einer Royal Enfield in Babyblau kann sowieso niemand böse sein.

10.07.2016

Familienausflug

Heute waren wir mal wieder vollzählig unterwegs: Kleine Runde entlang des Main und der Fränkischen Saale. Am Vormittag war es noch angenehm kühl und die Straßen leer. Und was hat dem Söhnchen am besten gefallen? "Die ganz argen Kurven!"

30.06.2016

Sabbat-Exit

Nach zwei Monaten endete das Sabbatical so, wie es begonnen hatte: mit Buelltour. Mit den gut 200 von heute sind insgesamt fast 5.100 Kilometer zusammengekommen - für mich eine stolze Zahl, auch wenn andere sowas auf einer zweiwöchigen Urlaubsreise deutlich übertreffen.
Aber natürlich waren die acht Wochen Freizeit nicht nur wegen des Motorradfahrens toll. Noch viel besser war die selbstbestimmte Zeiteinteilung: Wenn ich etwas tun wollte, dann habe ich etwas getan - und wenn nicht, dann eben nicht. So müsste das ganze Leben sein. Aber wer weiß, ob ich damit auf lange Sicht zurecht käme. Ist schon ganz gut, dass morgen das normale Leben weitergeht. Aber der Mai und Juni 2016 waren eine sehr besondere Zeit, die ich nie vergessen werden.