02.12.2016

Dreckig und faltig

Wenn es bald keine Bauern mehr gibt, was machen wir dann mit den Bauernregeln? Ich habe eine Idee: Wir ersetzen sie durch Motorradfahrerregeln. Da kenne ich auch schon eine: Selbst wenn es die ganze Woche trocken war, wird es an dem Tag regnen, an dem ich Motorrad fahren MUSS. Bspw. weil ich die Honda aus der Werkstatt holen will. So wie heute. Nun ist sie nach fünf Kilometern Fährt schon wieder dreckig.
Neben dem sehr überschaubaren Inspektionsumfang habe ich mir noch eine Frivolität geleistet, nämlich ein kleines optisches Tuning an der NC. Faltenbälge an der Telegabel sehen nicht nur cool aus, sondern schützen auch den Chrom vor Steinschlag. Es sind zudem auch nicht irgendwelche Teile aus dem Zubehör, sogar Premium-Gummis von der R Nine-T Scrambler, man höre und staune! Jetzt habe ich immerhin schon zwei Einzelteile von dieser tollen Maschine...

25.11.2016

Smells like Abschiedstour

Zwei der im letzten Post angekündigten Jobs sind erledigt. Die Honda ist in der Werkstatt, und die SR hat eine neue Plakette. Ging nicht ganz von selbst, weil die CO-Emission viel zu hoch war, aber der Prüfingenieur hat gleich selbst Hand an die Gemisch-Einstellschraube gelegt. Gut so.
Obwohl ich in einem früheren Eintrag auf dieser kleinen Seite postuliert habe, dass ich nie wieder eine Abschiedstour mit einem Motorrad machen werde, fühlte sich das heute verdammt danach an. Obwohl noch längst nicht sicher ist, dass der Verkauf zustande kommt. Aber der neue"TÜV" wird hierbei bestimmt von Nutzen sein. Sechs Jahre habe ich die Yamaha nun, und 8.000 Kilometer bin ich mit ihr gefahren. Eine gute Zeit.

20.11.2016

Habichsdochgewusst

Ich war mir sicher, dass es in diesem Herbst noch mal schön werden musste. Und heute dann: 17 Grad, Sonne, trockene Straßen. Perfekt für eine kleine Runde mit der Honda.
Und es war sicher nicht die letzte, denn einige Dinge sind noch zu tun. Die SR muss zur HU, die Honda zur Jahresinspektion. Ist ja noch Garantie drauf! Und an der Buell klebt noch der Dreck von der letzten Ausfahrt. Ach nein, von der vorletzten. Verdammt. Der muss vor dem Winter ebenfalls noch runter.
Im nächsten Jahr stehen dann größere Neuerungen im Fuhrpark an. Die SR steht zum Verkauf. Wirklich! Wer näheres wissen will, kann sich gern unter replicant184 gmx de oder per Facebook melden. Eine gut erhaltene MZ TS 250/1 ist ebenfalls abzugeben.

06.11.2016

Es ist doch nur für eure Sicherheit

"Freies Überholen ist nicht mehr zeitgemäß" - so lautete das Fazit eines längeren Artikels, den ich vor einiger Zeit auf dieser kleinen Seite veröffentlichte und der sich mit der zukünftigen baulichen Gestaltung von Landstraßen befasste. Verkehrssicherheits-Experten sind nämlich der Meinung, dass man den Fahrern möglichst viele Entscheidungs- und damit Fehlermöglichkeiten abnehmen sollte, um die Unfallzahlen zu senken. Das gilt insbesondere für das Überholen: Es soll nach Möglichkeit nur noch dort erlaubt werden, wo durch entsprechende bauliche Gestaltung ein Kontakt mit dem Gegenverkehr unmöglich ist.
Das klingt erst einmal gut. Wer könnte schon gegen eine verbesserte Verkehrssicherheit sein? Und durch die heutige Verkehrsdichte, vor allem die allgegenwärtigen Lkw, ist ein freies Fahren vor allem unter der Woche doch ohnehin längst Illusion geworden. Ich konnte das neulich sehr schön auf einer längeren Dienstreise mit dem Auto beobachten: von Friedrichshafen nach Kempten auf der B31/B12. Auf diesen fast 90 Kilometern fuhr ich praktisch komplett mit 70 km/h hinter 40-Tonnern. Überholen konnte ich genau zwei Mal, und auch nur, weil ich einen gut motorisierten Mietwagen hatte. Aus Gründen, die ich nicht kenne, sind diese beiden vielbefahrenen Bundesstraßen nur zweistreifig ausgebaut. Standstreifen gibt es ebenso wenig wie sichere Überholmöglichkeiten.

Todesstrecke am Bodensee-Ufer
Besonders die B31 zwischen Friedrichshafen und Lindau ist eine wahre Todesstrecke - im besten Fall nur für die Nerven. Im Bodensee-Raum trifft eine dichte Besiedelung auf eine starke Industrie mit entsprechendem Lieferverkehr und auf Touristenströme. Hier müsste es unbedingt eine Autobahn geben - gibt es aber nicht. Und so quält sich der Verkehr über eine Straße mit der Kapazität einer Ortsverbindung im hinteren Vorpommern.
Das Problem: Überholen ist an vielen Stellen erlaubt, faktisch aber unmöglich, und zwar durch die hohe Verkehrsdichte ebenso wie durch die Straßenführung mit vielen langgezogenen Kurven. Natürlich überholen viele Fahrer trotzdem - ich will mich da nicht ausnehmen - was immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen führt. 60 fahren zu müssen, wenn man 100 dürfte - das macht viele Leute aggressiv. Wer das nicht einsieht, der hat keine Ahnung von der menschlichen Natur. Trotzdem sind natürlich immer die pöhsen Raser schuld, wenn es an solchen Stellen knallt.

Mehr Sicherheit, aber auch mehr Stress
Als ich endlich in Kempten angekommen war, freute ich mich auf die Weiterfahrt Richtung München. Denn von früheren Ausflügen wusste ich, dass die B12 dort extrem breite Fahrstreifen hat, sodass man auch bei Gegenverkehr gefahrlos überholen kann, wenn der Vordermann mitspielt und sich rechts hält. Umso großer war mein Schreck, als ich sah, dass die Bundeststraße bereits nach dem neuen, sicheren Überholkonzept ausgebaut worden war:
Die extrabreiten Fahrstreifen waren abgelöst durch abwechselnd ein- und zweistreifige Bereiche. Natürlich kann man so auch überholen, aber das Fahren ist viel stressiger: Dahinschleichen mit 60 km/h wechselte sich ab mit Vollgas, um möglichst viele Lkw zu überholen. Und am Ende der Überholstrecke wird es dann immer eng und starke Bremsmanöver sind unumgänglich. Der Verkehrsfluss ist viel ungleichförmiger als auf der alten Straße.
"Irgendwas ist ja immer", höre ich euch jetzt denken. "Kann er nicht überholen, nervt es ihn - kann er überholen, nervt es ihn auch." Nein: Was mich wirklich stört, ist die Aussicht, dass die freie Fahrt am Vordermann vorbei künftig nur noch dort erlaubt ist, wo die Straße aussieht wie auf dem Bild rechts. Und wo solch sicherer Überholraum nicht gegeben ist, wird es verboten. Dann bleibt nur zu hoffen, dass das autonome Fahren schnell auch auf Landstraßen möglich sein wird. Dann kann man wenigsten während der Fahrt lesen - etwas anderes gibt es ja nicht mehr zu tun.

P. S. Ich habe keine Zahlen, aber "gefühlt" bin ich sehr sicher, dass der Lkw-Verkehr abseits der Bundesstraßen deutlich zugenommen hat. Im Jahr 2012 schrieb ich über Wurmlöcher durch Deutschland - kleine Landstraßen, auf denen auch unter der Woche praktisch kein Verkehr herrscht. Heute kommen mir selbst auf schmalsten Pisten bulgarische oder rumänische Lkw entgegen, die über Berg und Tal ihrem Ziel entgegenrumpeln. Wahrscheinlich gibt es viele Aufträge, bei denen es egal ist, wie lange es dauert - Hauptsache billig. Und dann spart man eben die Autobahnmaut und fährt einen Tag länger. Ist schon klar, dass mein Anliegen "Fahrspaß auf Landstraßen" im wirtschaftlichen und politischen Maßstab vollkommen irrelevant ist - aber die Hoffnung, dass irgendwann einmal auf Verbindungen unterhalb der Bundesstraßenebene nur noch Ziel- und Quellverkehr erlaubt sein wird, die gebe ich nicht auf. Man wird ja noch träumen dürfen.

24.10.2016

Fast verpasst: Zehn Jahre Ras-mussen

Alles begann mit einer Harley-Davidson: Am 17. September 2006 erschien auf dieser kleinen Seite der erste Beitrag, in dem ich mich über meine Fahrt mit einer Sportster ausließ. Seither sind zehn Jahre vergangen.
Ein guter Anlass für ein bisschen Statistik: Insgesamt sind auf Ras-mussen bislang 345 Posts  erschienen. Doch mit lediglich 48.000 Seitenaufrufen in zehn Jahren dürfte mein Blog eine der am wenigsten besuchten unter den regelmäßig aktualisierten Seiten in diesem Internet sein. Nur ein einziger der 345 Beiträge schaffte mehr als 1.000 Aufrufe, und zwar dieser hier. Die meisten Texte erreichen nur niedrige zweistellige Zugriffszahlen.

Da stelle ich mir schon die Frage, ob das ganze oberhaupt Sinn hat.

Die Antwort lautet: Ja. Denn mit der Jagd nach möglichst vielen Nutzern habe ich schon in meinem Arbeitsalltag zu tun. Das brauche ich nicht auch noch in meiner Freizeit. Mir ist es viel wichtiger, dass die richtigen Menschen meinen Scheiß lesen. Wahrscheinlich kenne ich die meisten der 20, 30 Leute, die sich wirklich für Ras-mussen interessieren, persönlich. Und das ist gut so.
Nicht zuletzt ist dieser Blog für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Web-Logbuch. Es ist das Tagebuch meines Motorradlebens. Wahrscheinlich ist niemand so oft auf Ras-mussen unterwegs wie ich selbst.
Und so soll es bleiben. Gerne die nächsten 10, 20 oder 30 Jahre lang. (Wenn Google so lange durchhält.)

16.10.2016

Kurz und gut

Schön, dass es noch mal so richtig schön geworden ist. Kurz entschlossen drehten wir heute Nachmittag eine Runde durch's Taubertal. Mehr muss es manchmal gar nicht sein.

11.10.2016

Enfield rettet den Motorradherbst

Täusche ich mich oder macht der Klimawandel einen Bogen um Deutschland? In den Ras-mussen-Archiven der letzten Jahre stapeln sich die Berichte von goldenen Oktobertagen und warmen Temperaturen bis weit in den Spätherbst hinein. Dieses Jahr hingegen ist es schon jetzt so kalt, dass ich mich zum Motorradfahren regelrecht zwingen muss. Bloß gut, dass derzeit eine ganz besondere Testmaschine bereitsteht: die Royal Enfield Continental GT. Sie verführte mich heute zu einer kurzen Büroflucht von immerhin 90 Kilometern.
Im Vergleich zur pummeligen Original-Enfield ist der Cafe Racer ein wunderbar schlankes Rad mit wirklich gelungener Linie. Der 535er Motor klingt toll und hat für die Landstraße ausreichend Leistung, stampft aber nicht so schwungmassestark von unten los wie der normale 500er. Von den Fahrleistungen her kann auch diese Enfield nicht mit meiner SR mithalten. Aber immerhin gibt es sie noch, und auf der Intermot habe ich erfahren, dass Enfield dem europäischen Markt treu bleiben will. Sprich, nächstes Jahr gibt es die Maschinen mit ABS und Euro 4.