15.03.2017

Aus SR wird SLR


Ich weiß, was ihr jetzt denkt. "Wie konnte er das nur tun! Die wunderbare SR hingeben für sooo etwas!"
Hab ich aber getan. Denn ich sehe etwas in dieser schmucklosen und vollkommen uncoolen Honda SLR 650. Ich sehe ein Motorrad, das nicht nach Enduro aussieht, aber trotzdem besser für unbefestigte Wege geeignet ist als eine normale Straßenmaschine. Ich sehe ein Motorrad, das genau so schlank und leicht ist, wie ich mir ein ideales Wanderbike vorstelle. Ich sehe ein Motorrad mit einem der besten Einzylindermotoren der Geschichte. Und sich sehe ein Motorrad, das weniger gekostet hat, als die SR mir einbrachte.
Jetzt stehen also drei schwarze Motorräder in meiner Garage, davon zwei Hondas. Interessant, wie sich der Fuhrpark so entwickelt.
Nicht weniger interessant ist übrigens, wer da als Vorbesitzer im Brief vermerkt ist:

12.03.2017

Die erste Fliege

Heute: Saisonstart. Isa zum ersten Mal spaßeshalber mit meiner Honda unterwegs, und ich mit der Buell. Schöne Runde durchs Taubertal. Hab die ganze Zeit gegrinst.  
Vorher sah das noch anders aus. Da habe ich die Amerikanerin geputzt, und Freunde, ich sage euch: Es gibt fast nicht unersprießlicheres. Der vordere Kotflügel ist superknapp, und hinter dem Vorderrad lungert ein Gestrüpp aus Leitungen, Streben und Kühlrippen. Wenn man einen nassen Sandweg fährt, was ich letztes Jahr umleitungshalber einmal tun musste, verteilt sich der Schmodder bis in die letzte Ritze. Ein Albtraum.
Wenigstens ist in der Garage zurzeit Platz für solche Aktionen. Die SR ist verkauft. Die Neuanschaffung ist schon geplant. Ihr erfahrt es als erste!

14.01.2017

Die Ewigkeit ist auch nicht mehr das, was sie mal war

In Motorrad- und Oldtimerzeitschriften las ich immer mal wieder rührende Geschichten über ältere Herren, die unvernünftig viel Zeit und Geld investieren, um genau das Motorrad wiederzubekommen, das sie in ihrer Jugend gefahren haben. Darum dachte ich, dass es schlau sei, meine Lieblingsmotorräder einfach nicht zu verkaufen, sondern einzulagern. Das würde den Aufwand deutlich verringern. Platz steht auf dem elterlichen Bauernhof mit seinen Ställen und Scheunen ja reichlich zur Verfügung.
Unter den bis vor kurzem 5,8 Maschinen in meinem Besitz befinden sich immerhin 3,8, die ich entweder gar nicht (weil abgemeldet) oder nur sehr selten fahre und eigentlich nur behalte, weil ich weiß, dass ich unvernünftig viel Geld und Zeit investieren müsste, sollte ich später einmal wieder große Lust auf sie bekommen. Nur: Wann ist später?
Nehmen wir als erstes Beispiel meine MZ TS 250/1. Schon ihre Anschaffung im Jahr 2005 geschah aus nostalgischen Gründen, weil ich auf MZ meine Motorradleben begonnen hatte und glaubte, aus Prinzip immer einen Zschopauer Zweitakter besitzen zu müssen. Als sich bei uns 2008 familiärer Nachwuchs ankündigte, habe ich das Motorrad abgemeldet und eingestellt. In den drei Saisons dazwischen bin ich rund 2.000 Kilometer mit der TS gefahren. Es waren schöne Touren dabei wie die zum Rätschentreffen, aber in erster Linie kurze Spaßfahrten rund um Würzburg.
Ein Verkauf kam damals für mich nicht in Frage, eben weil ich dachte ... Aber das hatten wir ja schon. In den letzten Monaten habe ich mich dann immer häufiger gefragt, ob es sinnvoll ist, auf ein Wiederkehren der Lust an einem bekannten Motorrad zu hoffen. Denn bislang ist mir der Motorradmarkt noch nicht langweilig geworden. Irgendwie habe ich mich doch immer wieder für eine mir bislang unbekannte Maschine interessiert und die Altmaschinen in der Scheune stehengelassen.
Damit ist jetzt Schluss. Als erstes traf es die TS. Und, oh Wunder, der Verkauf war ein Riesenspaß: Sie brachte mir ohne jede Preisverhandlung das Dreifache von dem ein, was sie 2005 gekostet hat. Das lindert natürlich den Abschiedsschmerz. Hier noch ein letztes Bild:

Zweites Verkaufsprojekt ist die Yamaha SR 500. Ja ich weiß: Auch über sie habe ich vielfach geschrieben, dass sie unverkäuflich ist. Aber nach sechs Jahren und rund 8.000 Kilometern ist der Zauber verflogen, und es darf gern wieder etwas anderes her.
Und wenn ich irgendwann wieder Lust auf einen klassischen Einzylinder verspüre? Dann kaufe ich mir eben eine Enfield. Und wenn ich Zweitakter fahren will? Also, mein Bruder hat da eine fantastische RD 350 in der Scheune stehen, die er nie verkaufen wird, weil man so eine Maschine in ein paar Jahren nur mit unvernünftig großem Einsatz an Zeit und Geld wiederbeschaffen könnte...

P. S. Die Preisentwicklung der alten MZ-Modelle klingt nach dem sprichtwörtlichen Garagengold. Vor allem wenn man bedenkt, dass diese Maschinen noch einmal zehn Jahre früher buchstäblich für einen Kasten Bier zu haben waren. Hätte man sich damals nur die Scheune vollgestellt...

P. P. S. Die 0,8. Maschine in meinem Bestand ist eine nicht ganz vollständige MZ TS 150, und zwar die Kiste, auf der ich Anfang 1990 die Motorradprüfung abgelegt habe. Die werde ich garantiert nie verkaufen...

29.12.2016

Noch mal schnell auf die Wasserkuppe

Das ist ja mal eine Ansage: Morgen, am 30. Dezember, wollen meine Freunde Marc und Thomas auf den Fichtelberg fahren. Normalerweise liegt das Erzgebirge zu dieser Zeit schon unter einer meterdicken Schneeschicht begraben, und nur die größten Schwibbögen schauen noch raus. Echt hart, die beiden. Ich wünsche euch viel Spaß und viel Glück, Jungs!
Aber ein bisschen angestachelt hat mich diese Ansage natürlich auch. Als ich heute morgen aus dem Fenster blickte und blauen Himmel und trockene Straßen sah, stand der Entschluss schnell fest: Heute geht es auf die Wasserkuppe! Voila:
Und so muss ich das Logbuch korrigieren und den Kilometerstand der Honda mit 5.988 vermerken. Mache ich aber gerne.

12.12.2016

#TopFlop16 oder Noch so ein Jahresrückblick

Der geschätzte Bloggerkollege Griesgram hat jüngst die eigentlich naheliegende Idee geäußert, dass Motorradblogger ihre besten und schlimmsten Erlebnisse im abgelaufenem Jahr beschreiben und mit einem, ich vermute mal, Hashtag markieren sollen, damit die Berichte... ja, was eigentlich? Ich vermute mal, besser gefunden werden. Kann ja nicht schaden - und wenn nicht, auch egal. Hätte ich ja sowieso geschrieben.
Am besten fange ich mal mit dem Flop des Jahres an, dann habe ich es hinter mir. Anfang April war ich auf einer Pirelli-Reifenpräsentation auf einer Rennstrecke in Spanien, und Freunde... Selten habe ich mich so überfordert gefühlt. OK, mein letztes Mal Renne fahren lag auch schon einige Jahre zurück, aber dass ich so hilf- und willenlos um den Kurs eierte, das hat mich schon arg genervt. Zwar könnte ich jetzt sagen: Wenigstens nicht auf die Fresse geflogen! Aber wie hätte das auch gehen sollen, bei DEM Tempo? Außerdem heißt es ja wohl: "Entweder siegen, stürzen oder Defekt vortäuschen." Ich habe mich leider für die vierte Möglichkeit entschieden: keine Ambitionen, kein Risiko und bloß nicht den schnellen Jungs im Weg stehen. War froh, als es vorbei war. Und die anderen so: "Boahh, geiler Kurs!"

Jetzt lieber zum Top des Jahres. Hier reicht ein Wort: Buell.

Ich habe mich aber auch über ganz viele andere Sachen gefreut: Zwei Monate Freiheit mit jeder Menge Motorradzeit; eine Alpentour mit meinem Bruder; die Honda NC, die sich mein anderer Bruder gekauft hat; die 600 Kilometer auf der fantastischen neuen Triumph Bonneville; die Treffen mit Motorradfreunden, die ich schon lange kenne und leider viel zu selten sehe.

Und dass ich es gewagt habe, bei Ali Metayer meine erste Geländetour zu buchen. Im Juni nächsten Jahres geht es los. Mir fehlt zwar noch das geeignete Motorrad, aber das wird sich schon finden. Bin schon sehr gespannt, ob meine Schotterabenteuer im nächsten Jahr unter "Top" oder "Flop" auftauchen werden.

Hier noch fürs Logbuch die Kilometerstände: Die Buell schaffte es in ihrer ersten Saison auf 23.780 (5.180 Kilometer gefahren), die Honda auf 5.770 (2.120) und die SR auf 41.576 (700). Das macht mit meinen Maschinen ziemlich genau 8.000 und nochmal gut 1.000 auf diversen Testmaschinen. Top oder Flop? Egal!

02.12.2016

Dreckig und faltig

Wenn es bald keine Bauern mehr gibt, was machen wir dann mit den Bauernregeln? Ich habe eine Idee: Wir ersetzen sie durch Motorradfahrerregeln. Da kenne ich auch schon eine: Selbst wenn es die ganze Woche trocken war, wird es an dem Tag regnen, an dem ich Motorrad fahren MUSS. Bspw. weil ich die Honda aus der Werkstatt holen will. So wie heute. Nun ist sie nach fünf Kilometern Fährt schon wieder dreckig.
Neben dem sehr überschaubaren Inspektionsumfang habe ich mir noch eine Frivolität geleistet, nämlich ein kleines optisches Tuning an der NC. Faltenbälge an der Telegabel sehen nicht nur cool aus, sondern schützen auch den Chrom vor Steinschlag. Es sind zudem auch nicht irgendwelche Teile aus dem Zubehör, sogar Premium-Gummis von der R Nine-T Scrambler, man höre und staune! Jetzt habe ich immerhin schon zwei Einzelteile von dieser tollen Maschine...

25.11.2016

Smells like Abschiedstour

Zwei der im letzten Post angekündigten Jobs sind erledigt. Die Honda ist in der Werkstatt, und die SR hat eine neue Plakette. Ging nicht ganz von selbst, weil die CO-Emission viel zu hoch war, aber der Prüfingenieur hat gleich selbst Hand an die Gemisch-Einstellschraube gelegt. Gut so.
Obwohl ich in einem früheren Eintrag auf dieser kleinen Seite postuliert habe, dass ich nie wieder eine Abschiedstour mit einem Motorrad machen werde, fühlte sich das heute verdammt danach an. Obwohl noch längst nicht sicher ist, dass der Verkauf zustande kommt. Aber der neue"TÜV" wird hierbei bestimmt von Nutzen sein. Sechs Jahre habe ich die Yamaha nun, und 8.000 Kilometer bin ich mit ihr gefahren. Eine gute Zeit.