23.08.2026

1.200 Kilometer Arbeit, 750 Kilometer Spaß

 

Zu dritt mit dem Motorrad in den Familienurlaub zu fahren, ist schwierig. Die weite Anreise, das begrenzte Gepäckvolumen, und vor Ort zum Einkaufen oder für Ausflüge stets auf das Motorrad angewiesen zu sein - das sind alles zwar lösbare Aufgaben, aber kaum förderlich für die Erholung. Doch als Torsten vom TT Motorbikeblog im Frühjahr beiläufig mitteilte, dass er einen Motorradanhänger mit Platz für drei Maschinen besitzt und bereit ist, ihn zu verleihen, da musste ich nicht lange nachdenken.  

Jedenfalls über die Idee selbst, die Motorräder mit dem Anhänger an den Comer See zu transportieren. Die Ausführung selbst machte mir jedoch ziemlich große Sorgen, besitzen wir doch als Auto lediglich einen Kleinwagen vom Typ Honda Jazz.

Immerhin: Honda gibt als maximale Anhängelast für das Modell erstaunliche 1.000 Kilogramm an. Und da eine KTM Adventure 390, eine Triumph Street Triple und eine Yamaha XSR 125 zusammen unter 500 kg auf die Waage bringen und auch der Anhänger selbst weniger als 200 kg wog, waren wir von diesem Limit noch ein beruhigend großes Stück entfernt. 

Allerdings: Zwischen uns und dem Comer See liegen die Alpen, und auch wenn ich dem Honda mit seinem superkurz übersetzten 1,5-Liter-Saugmotor problemlos zutraute, drei Personen, einen Haufen Gepäck plus 700 kg Anhängelast den Anstieg Richtung San-Bernardino-Tunnel hochzuzerren, so machte mir doch die anschließende kilometerlange Bergabfahrt Sorgen. Boten die kleinen Bremsscheibchen tatsächlich genügend Reserven? Wie stark sind die eigenen Bremsen des Anhängers? Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass mir jegliche Erfahrung mit einem Pkw-Gespann fehlt?

Aber wer nicht wagt... Am 1. August ging es los. Einmal mehr war ich erstaunt, wie problemlos das kleine Raumwunder aus Japan drei Personen, ihr Urlaubsgepäck plus Motorradklamotten und Helme verdaute - vor allem verglichen mit vielen anderen Autos, die ich vollgestopft bis unters Dach auf der Autobahn sah. Trotzdem hing der Wagen, vor allem nach dem Ankoppeln des Anhängers, schon ziemlich tief in den Federn. Egal - wird schon gutgehen!

Und es ging auch gut. Im Vergleich zum anhängerlosen Fahren war man zwar tendenziell immer einen Gang niedriger unterwegs, und der Verbrauch lag im Durchschnitt etwa einen Liter höher. Auf den Anstiegen in den Alpen gab es auch längere Dritter-Gang-Passagen - aber einen japanischen Motor bringt sowas ja nicht um. Und dank Schaltgetriebe und ausgiebiger Nutzung der Motorbremse liefen auch die Gefällestrecken vollkommen angstfrei ab. Kein Gestank, keine Geräusch aus der Bremsanlage - top!

Zwar konnten wir nicht den kürzesten Weg über die Alpen nehmen - der Splügenpass ist für Gespanne vernüftigerweise gesperrt. So brauchten wir für die knapp 600 Kilometer lange Anreise über Lugano etwa zehn Stunden. Keine große Sache!

Und es war schon sehr luxuriös, das Auto UND die Motorräder im Urlaub dabei zu haben. Einkaufen oder einen Städtetrip machen (wir waren beispielsweise in Mailand und Como) sind damit doch viel bequemer. Und wir konnten eben auch vier tolle Motorradtouren machen und ein paar der großen Schweizer Pässe abfahren - Maloja, Julier, Albula und Bernina - sowie den Splügen und den tollen San-Marco-Pass in den Bergamasker Alpen. Insgesamt waren das zwar "nur" 750 Kilometer, aber die eben auschließlich in den Alpen. 

Es war zwar schon irgendwie verrückt, mit fünf Fahrzeugen in den Urlaub zu fahren - aber einmal kann man sich den Luxus ja gönnen. Denn mit dem nächsten Auto dürfte auch bei uns der E-Antrieb Einzug halten - und E-Autos, die in unser Budget passen, sind oft gar nicht anhängertauglich. Bin froh, dass wir es gemacht haben.

 





12.07.2026

Auch mit 15 PS kann man weit kommen

Aus mir unbekannten Gründen ist der Sohn ein echter Bergfex geworden. OK, wir Eltern fahren Ski und waren mit ihm auch schon mal im Sommer in den Alpen im Urlaub, aber das allein kann die tiefe Faszination nicht erklären, die die Berge in ihm auslösen. Es ist eindeutig etwas Eigenes, tief Empfundenes - nichts Angelerntes.

Als ich ihm den Vorschlag einer Motorrad-Wochenendtour in die Alpen machte, musste er keine Sekunde nachdenken. Und ich freute mich genauso - ist schon toll für den Papa, wenn der 17-jährige Sohn noch freiwillig etwas mit ihm unternimmt. Natürlich wünsche ich ihm sehr, dass er auch gleichaltrige Motorradkumpels finden wird - wobei ich mir gleichzeitig auch Sorgen um die Gruppendynamik und das daraus resultierende Gefahrenpotenzial mache. Aber wer weiß - vielleicht wird es in Zukunft eine Tradition, dass wir gemeinsam eine Motorradtour machen. Am liebsten natürlich zu dritt, oder in Verbindung mit der Brüdertour, oder - ach egal. Hauptsache Motorrad fahren!

Doch zurück zum Anlass dieses Posts. Ja, wir waren tatsächlich zusammen in den Alpen! Am Freitag ging es los: Wir hatten uns eine Basisstation in Oberstaufen gebucht, direkt an der Grenze zu Österreich. Das waren von Würzburg gut 350 Kilometer Anfahrt. Ich konnte vorher nicht wirklich einschätzen, ob die 125er das Durchschnittstempo gegenüber der Enfield noch einmal senken würde, aber das tat sie nicht. 350 Kilometer mit den beiden kleinen Maschinen sind trotzdem eine ordentliche Tagesaufgabe, vor allem, da wir nur kleine Landstraßen fuhren. 

Für den nächsten Tag hatte ich eine Runde abgesteckt, die alles verband, was man von Oberstaufen aus an einem Tag erreichen konnte, ohne es mit der Fahrzeit komplett zu übertreiben. Und die sah so aus: Zuerst über das Oberjoch nach Österreich, dann durch das Namloser Tal zum Fernpass, dann über das Hahntennjoch zurück in Richtung Warth, dann runter zum Arlberg und über Bludenz und das Faschinajoch zurück nach Oberstaufen. Glücklicherweise schaute ich beim Start nochmal auf die Verkehrslage und strich den Fernpass aus der Routenplanung - irgendwo hatten anscheinend wieder Ferien begonnen. Also fuhren wir das Namloser Tal nur ein paar Kilometer von Lechtal aus hinauf und dann wieder zurück. Das Hahntennjoch hingegen überquerten wir zwei Mal komplett. Der erste richtige Pass, das erste richtige hochalpine Fahrerlebnis für den jungen Mann - und er hat es fahrtechnisch sehr gut gemeistert. Und war begeistert.

Ob sich der Schlenker über den Arlberg gelohnt hat, da bin ich mir nicht so sicher. Die Strecke über Lech/Zürs und den Flexenpass war zwar interessant zu fahren und landschaftlich schön, aber von Langen am Arlberg bis hinter Bludenz ging es ausschließlich durch Ortschaften - da hielt sich der Fahrspaß in Grenzen.  

Trotzdem war es ein großartiger Tag - Kaiserwetter, Traumlandschaften, und natürlich waren auch jede Menge edle Oldtimer und Supersportwagen unterwegs. Wir konnten uns kaum satt sehen! Und mit den kleinen Maschinen ärgert man sich auch nicht so sehr, wenn es mal langsamer vorangeht und man Kolonne fahren muss. Wer sowieso nicht überholen kann, der denkt auch gar nicht erst daran.

Tja, aber es war eben nur ein Wochenende - heute ging es also schon wieder zurück. Zuerst per Navi auf kleinen Straßen durch das wunderschöne Allgäu, dann über die Schwäbische Alb, und ab dem Kochertal auf der B19 bis Würzburg. Ich mag zwar keine Bundesstraßen, aber die B19 ist wirklich schön zu fahren, und an Sonntagen auch Lkw-frei. 

Hat da noch irgendwas gefehlt? Ja - noch schöner wäre es, so etwas mal zu dritt machen zu können. Aber daran arbeite ich - mehr demnächst auf dieser kleinen Seite! 

14.06.2026

11 Grad im Juni

Dieses Bild ist in gut 800 Metern Höhe entstanden, auf der Hochrhönstraße zwischenBischofsheim und Fladungen. Ich liebe die Landschaft dort und die Aussicht, aber es hätte durchaus etwas wärmer sein können als die 11 Grad, die Isas Motorraddisplay anzeigte. Und das im Juni. 
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08.06.2026

Besuch bei Bonnie

Meine Triumph steht nun schon fast ein Jahr auf der elterlichen Farm in Sachsen und wartet auf ihr weiteres Schicksal. Ich muss sagen, nach nun fünf Saisons könnte ich mir tatsächlich vorstellen, sie zu verkaufen. Zwar weiß ich schon jetzt, dass mich auf der Rückfahrt nach Würzburg dieser wunderbare Motor wieder komplett in seinen Bann ziehen wird, aber trotzdem ist es wohl langsam Zeit für die Trennung. Denn einer der Hauptgründe für die Anschaffung damals war ihre Soziustauglichkeit, und die ist jetzt nicht mehr gefragt. Ich könnte mir nun wieder etwas Leichteres, Kompakteres vorstellen. 
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04.06.2026

Gleiche Stelle, andere Bikes

Die kleine Extratour mit der Enfield letztes Wochenende, über die Dörfer nach Volkach, dann den Main entlang nach Dettelbach und wieder zurück nach Würzburg, hat mir so gut gefallen, dass ich sie am heutigen bayerischen Feiertag gleich noch mal gefahren bin. Umso schöner, dass der Sohn nach einer längeren Pause endlich wieder mitfahren konnte. Über den Grund sage ich mal besser nichts. Nur so viel: Jeder muss seine Erfahrungen selbst sammeln...
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27.05.2026

Spätstart

Verrückt! Das Jahr ist schon fast wieder zur Hälfte rum, aber irgendwie hat die Motorradsaison bei uns noch gar nicht richtig angefangen. Immerhin reichte es am Sonntag mal wieder zu einer schönen kleinen Runde. Oder eigentlich zweien. 
Zuerst fuhr ich auf der KTM zusammen mit der besten Motorradfahrerin von allen eine Tour durch den schattigen Spessart. Und weil es so schön war, setzte ich mich gleich nach der Rückkehr auf die Enfield und hängte noch 70 Kilometer entlang des Mains dran. 
Ein schöner Nachmittag - und nur der Auftakt für einiges, das demnächst noch kommen soll. 
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26.04.2026

Frühlingsblick

Ich liebe die ersten Motorradtouren im Frühling, wenn die Landschaft in tausend Grüntönen strahlt und die Obstbäume in voller Blüte stehen - so schön!
Wir genossen diesen Anblick heute in der wunderbaren Landschaft von Hohenlohe und dem Jagsttal. Hier scheint der Mist, der gerade überall in der Welt passiert, doch ein bisschen weiter weg zu sein als in der Stadt. Vielleicht sollte ich in das Schloss da oben auf dem Hügel ziehen und mich um nichts anderes mehr kümmern als um meine Motorräder. 
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