23.06.2020

Erkundungen auf der Hausstrecke

Demnächst findet zum bereits 15. Mal die Motorradtour meines Arbeitgebers statt. Wahnsinn, wie lange wir das schon machen. In diesem Jahr befindet sich das Basislager der Tour erstmals in Würzburg, und die beiden Ausfahrten gehen über meine Hausstrecken. Toll! Trotzdem muss eine genaue Vorerkundung sein, weswegen ich heute den ganzen Tag zwischen Würzburg und Bamberg unterwegs war. Das waren 380 wahrlich goldene Motorradkilometer.

12.06.2020

Alles ist gut

... wenn es so ist wie heute. 

11.06.2020

Goldene Zeiten

Für ein Motorrad gibt es eigentlich nur eine Farbe, nämlich Schwarz. Deshalb hatte ich die güldene Transe im letzten Jahr mit schwarzer Sprühfolie umgefärbt. Doch mit der Zeit hat mich der "rattige" Look immer mehr gestört, weswegen ich die Folie nun wieder herunter gerissen habe (was immerhin problemlos funktionierte). Nun schimmert die Honda wieder im serienmäßigen Gold. Nicht meine Lieblingsfarbe, aber was soll's...

04.06.2020

Die Brüder-MZ: Geschichte eines besonderen Motorrads


Meine aktiven MZ-Zeiten sind zwar vorbei, aber trotzdem hängt mein Herz noch immer an den Zschopauer Maschinen. Dieses Gen habe wohl weitergegeben – und nicht nur das Gen. Denn seit 25 Jahren befindet sich eine MZ ETZ 250 im Familienbesitz, die zuerst mir gehörte, dann meinem jüngsten Bruder - und die nun auf den mittleren Bruder übergegangen ist. Die blaue Fahne flatter weiter stolz im Wind!
Die Maschine kaufte ich 1995 aus dem Bestand einer Feuerwehr in Sachsen. Heute nicht mehr vorstellbar, aber damals war das Interesse an den DDR-Zweitaktern so gering, dass ich das Gerät für genau eine Mark bekam. Es war mein erstes „großes“ Motorrad nach diversen 50ern und 150ern, und sie trug mich bis nach Sewastopol. Außerdem probierte ich an ihr meine Fähigkeiten als Customizer aus und verpasste ihr die üblichen Insignien eines Café Racers: einen flachen Lenker und eine kurze Sitzbank. Nur gut, dass sich davon kaum Bilder erhalten haben. Außer dieses von der Reise durch Polen im Jahr 1998:


Ein Jahr später trug sie dann einen blauen Lacksatz, und die mörderisch harte Sitzbank war einem bequemen Doppelsitz gewichen. In dieser Form fuhr ich mit ihr in drei Wochen knapp 6.000 Kilometer durch Osteuropa, und das ohne jede Panne.


Bei mir blieb die MZ bis zum Jahr 2003. Nach meinem Umzug von Zwickau an den Bodensee hatte ich sie zerlegt im Kofferraum meines Saab dorthin transportiert. Allzu viele Kilometer kamen nicht mehr zusammen, aber ich weiß noch genau, warum ich mich schließlich von ihr trennte: Ende Januar 2003 fuhr ich zusammen mit meinem Freund Johannes auf das Elefantentreffen im Bayerischen Wald. Nach meiner Rückkehr am Sonntag abend, nach acht Stunden bei unter 0 Grad auf dem Bock, hatte ich keine Lust mehr, Salz und Dreck von der Maschine zu waschen. Das rächte sich bitter: Als ich sie das nächste Mal anschaute, waren alle Stahlteile braun und alle Aluteile weiß. Also gab ich sie an meinen jüngsten Bruder weiter, der damals gerade am Anfang seines (offiziellen) Motorradlebens stand und die MZ als erstes Projekt gleich komplett durchrestaurierte.
Auch Tobias nutzte die 250er als Reisemaschine und fuhr mit ihr unter anderem an die polnische Ostsee. Als später schnellere Maschinen seinen Fuhrpark ergänzten, stellte er sie ab – der Bauernhof unserer Eltern bietet dafür ja genügend Platz. Mindestens zehn Jahre stand sie da, bis das Auge unseres Mittleren auf sie fiel. Michael ist ja seit ein paar Jahren ebenfalls Motorradfahrer und hat mittlerweile erkannt, dass kein Weg an einem Zweitmotorrad vorbeiführt. Also war die Frage „Tobi, kannst Du nicht die MZ wieder herrichten?“ schnell gestellt, und unser Schraubergott restaurierte die Emme nach 17 Jahren ein zweites Mal. Und diesmal sieht sie wohl besser aus als jemals zuvor:


Diese Woche wurde sie nun von Chemnitz über Würzburg nach Wendlingen überführt. Auf der zweiten Etappe begleiteten meine Familie und ich die beiden Brüder. Was war das für eine fantastische Tour: Bei strahlendem Sonnenschein mit drei Ein- und einem Dreizylinder auf kleinen und noch kleineren Landstraßen durch Süddeutschland, immer haarscharf vorbei an allen Ballungsgebieten. Dass kurz vor Ankunft die MZ kurz streikte, gehört zur Folklore – damit muss der neue Besitzer nun umgehen lernen. Und Kleinigkeiten wie eine verstopfte Vergaserdüse kann man auch bei wenigen Motorrädern so leicht reparieren wie bei der MZ.
Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, auch eine kurze Runde mit „meiner“ ETZ zu fahren – zum ersten Mal seit 2003! Es flutschte, als sei keine Zeit vergangen, und es war frappierend, wie viel leichter und handlicher als die optisch gleich große Enfield die Emme ist. Aber trotzdem: Meine Zweitakt-Zeiten sind vorbei. Umso mehr Glück und Fahrspaß wünsche ich dem neuen Besitzer mit seiner Brüder-MZ!

24.05.2020

Buell jetzt bleifrei

Die Starterbatterie der Buell hatte, wie schon vermutet, das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Es musste also eine neue Batterie her, und logischerweise fiel meine Wahl auf einen Stromspeicher in Lithium-Ionen-Technik. Schließlich hat sich deren früherer Preisnachteil durch die Massenherstellung von Zellen mittlerweile komplett in Luft aufgelöst; bei Louis kostet die Li-Ion-Variante der Hausmarke Delo beispielsweise nicht mehr als eine hochwertige Blei-Gel-Ausführung. Und der Gewichtsvorteil ist nach wie vor frappierend und besonders für eine Buell eminent. Schließlich ging es Erik Buell ja um eine Zentralisierung der Massen, und da passen fast fünf Kilo Blei im Rahmenheck verdammt schlecht dazu.
Nachteil der Lithium-Ionen-Batterien ist ihre relativ geringe Kapazität. Meine neue hat beispielsweise vier Amperestunden statt zwölf bei der Bleibatterie. Das ist so lange kein Problem, wie die Maschine zuverlässig startet, der Anlasser also nicht lange drehen muss, sowie keine hohen Ruheströme fließen. Beides sehe ich bei der Buell als gegeben an. Also her mit dem Leichtgewicht!
Der erste Eindruck ist überzeugend: Die Batterie brachte den schweren Motor, der seit letzten Oktober still gestanden hatte, vollkommen problemlos in Schwung. Natürlich war auch der zwei Minuten nachlaufende Erik-Buell-Gedächtnisfön kein Problem. Die in die Batterie integrierte Ladeanzeige der Batterie zeigte auch danach noch volle Power an. Jetzt schaue mal, wie sie die nächsten Wochen Stillstand übersteht. So selten, wie ich mit der Buell fahre, ist das der leichteste Teil des Tests. Einen kleinen Nachteil habe ich auch schon entdeckt: Die Batteriepole sind sehr groß ausgeführt und besitzen zwei um 90 Grad versetzte Gewindelöcher, was beim Einbau vorteilhaft ist. Allerdings sind die Pole dadurch zu wuchtig für die Zangen des Delo-Ladegeräts, die sich deshalb nicht anklemmen lassen. Das geht nur, wenn man die Schrauben reindreht und die Zangen an den Schrauben anschließt. Keine große Sache.





Anmerkung: Louis hat mir als Redakteur von "Bike und Business" den Akku sowie ein Ladegerät als Testmuster zur Verfügung gestellt.

21.05.2020

MZ-Männertag

Dieser glänzende MZ-ETS-Tank auf dem Bild hat eine interessante Geschichte. Vor Jahrzehnten bekam ich ihm als Gegenleistung für irgendwelche Hilfe von einem Freund geschenkt. Ich nutzte ihn dann auf einen frühen Café-Racer-Umbau auf ETZ-Basis und gab ihn später als Dauerleihgabe an einen anderen Kumpel weiter, der ihn zwar nicht wirklich benutzte, aber immerhin wohl verwahrte. Und als dann mein Würzburger Motorradfreund Martin letzte Jahr ein exotisches ETS-Gespann anschleppte, fiel mir das Ding wieder ein. 
Tja, mittlerweile sitzt der schöne Tank (wobei der äußere Glanz leider nichts über der inneren Zustand sagte, aber so ist das ja oft) auf dem fertiggestellten Gespann, das ich heute auf einer kleinen Männertagsrunde mit unseren Söhnen erstmals in Fahrt bewundern konnte. Das Gespann ist ein wilder Mix aus viel ES und ein bisschen ETS und dürfte ziemlich einzigartig sein. War schön, mal wieder etwas Zweitaktabgas zu riechen!

10.05.2020

So grün!

Auf die erste Motorradtour mit Rufus am Donnerstag folgte gleich heute die zweite Runde, diesmal ganz in Familie. Ich liebe die frischen Farben des Frühlings, die gerade jetzt nach den Regenfällen der letzten Tage besonders kräftig wirken. Nach der wochenlangen Ausgangsbeschränkung genieße ich das Motorradfahren gerade noch mehr, als es sonst der Fall wäre. Und so hat sogar die wirtschaftlich eigentlich unschöne Kurzarbeit, die auch bei meinem Arbeitgeber Einzug gehalten hat, ihr gutes. Vielleicht reicht es demnächst auch unter der Woche zu ein paar kleinen Touren.