31.12.2019

2019: Halb so gut


Verrückt: Seit dem 23. Oktober ist auf dieser kleinen Seite kein Fahrtenbucheintrag mehr erschienen. Ein ungewöhnlich frühes Saisonende, aber es gab 2019 offensichtlich keinen langen und warmen Herbst. Doch das war nur das I-Tüpfelchen auf die ziemlich maue Motorradsaison. Das zeigt sich schon an der Fahrleistung, die nur gut halb so hoch ausfiel wie 2018. Hier die Kilometerstände:

  • Honda: 19.890
  • Buell: 27.024
  • Royal Enfield: 3.793

Gekauft hatte ich die Transalp Ende 2018 mit 15.412 Kilometern auf der Uhr, also kamen in dieser Saison immerhin 4.478 Kilometer mit der Neuanschaffung zusammen. Typisch, mit der neuesten Maschine fährt man immer am meisten. Die Enfield schaffte mit exakt 1.111 Kilometern immerhin eine vierstellige Laufleistung, während die Buell einen neuen Negativrekord aufstellte: 547 Kilometer. Insgesamt kann ich 6.136 Motorradkilometer verbuchen (plus ein paar hundert mit Testmaschinen). OK, aber nicht überragend. 
Es sieht so aus, als würde sich daran in den nächsten Jahren auch nicht viel ändern. Ob ich jemals wieder einen "richtigen" mehrwöchigen Motorradurlaub machen werde, steht derzeit in den Sternen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Fuhrpark: Eigentlich brauche ich keine reisetaugliche Maschine mit Platz für Sozius UND Gepäck mehr. Und das, wo ich mir doch gerade erst eine Reiseenduro gekauft habe. Meine Ideen gehen ungefähr in die Richtung, die Buell und die Transalp abzugeben und mir für das hereinkommende Geld endlich mal ein "gescheites" Motorrad zu kaufen. Andererseits: Für Buells gibt es derzeit, wo alle Welt nach klassischen Motorrädern sucht, keine Nachfrage. Zudem würde mir ein Verkauf der Maschine wie eine Niederlage vorkommen. Und die Honda? An der hängt mein Herz sicher nicht, aber sie nach nur einer Saison gleich wieder abzugeben, dazu habe ich auch keine Lust.
Mal sehen, was passiert. Aber eines steht fest: Ihr erfahrt es auf "Ras-mussen"!

18.11.2019

Bleib einfach drin

Inder müssen sehr lange und gelenkige Finger haben. Anders ist es nicht zu erklären, warum Royal Enfield die Batterie mit den Polen nach hinten einbaut, so dass man praktisch nicht drankommt. Noch besser ist, dass der Haltegummi ebenfalls nach hinten, also Richtung Maschinenmitte herausgefummelt werden muss. Na ja, bleibt der Akku eben drin. Es gibt ja einen Kickstarter. 

23.10.2019

Elegante Energie

Trotz dunkler Wolken am Himmel war es heute trocken und recht mild. Also warf ich kurz nach vier Uhr die Brocken hin und startete die Royal Enfield zum wahrscheinlich letzten Mal in diesem Jahr. Noch einmal wollte ich die brutale Kraft des indischen Einzylinders spüren, bevor die Maschine dank Saisonkennzeichen in den Winterschlaf fällt. Nahe Neubrunn kam ich an einem der wenigen Windparks vorbei, die es in Bayern gibt. Diese gewaltigen Konstruktionen beeindrucken mich immer wieder. Megawatt an elektrischer Leistung werden einfach so aus der Luft geholt, ohne Emissionen und Ressourcenverbrauch - das ist eigentlich ein Wunder. Und ich finde die schlanken Masten und Propeller zudem gar nicht unästhetisch. Komisch, dass sich so viele Menschen dagegen wehren. 
Ich habe mich jedenfalls gefreut, als ich mit der Enfield daran vorbeigeknattert bin.

13.10.2019

Fahren im Farbenrausch

Was für ein goldener Oktobertag war das heute! Blauer Himmel, buntes Laub und immer noch sattgrünes Gras - ein wahrer Farbenrausch! Am liebsten betrachte ich das aus dem Motorradsattel heraus, so wie heute. Auf dem Sonntagnachmittagsplan stand unser Tourklassiker auf die Wasserkuppe - der macht einfach immer gute Laune. Vor lauter Fahren und Schauen habe ich das Fotografieren ganz vergessen, aber man kann sowieso  nicht jeden Eindruck auf der Speicherkarte festhalten. 
Logischerweise waren wir an diesem traumhaften Tag nicht allein unterwegs, aber mit dem Motorrad findet man auf der Wasserkuppe immer einen Parkplatz. Vier MZ-Fahrer aus Thüringen hatte es ebenfalls auf den höchsten Rhöngipfel verschlagen, mit drei sehr schön hergerichteten ETZ und dieser grandiosen gelben ETS. 

29.09.2019

Gentlemen, start your engines!

Am heutigen wunderbaren herbstlichen Sonntag bot der Distuingished Gentleman's Ride eine perfekte Gelegenheit, die Enfield aus der Garage zu holen und zusammen mit vielen anderen Menschen auf interessanten Motorrädern eine kleine City-Runde zu drehen. Distuing-was? Beim Distuingished Gentleman's Ride (schwer auszusprechen, jedenfalls für mich), handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der Motorradfahrer in gepflegter Straßenkleidung Motorrad fahren. Ziel ist es, Spenden für die Prostatakrebs-Forschung und andere gute Zwecke zu sammeln.
Das Ganze soll wohl aussehen wie eine Ausfahrt in den 20er oder 30er Jahren in England, als das Motorradfahren tatsächlich ein Sport für wohlhabende Gentlemen war, die im feinen Zwirn auf ihre Ariel, Triumph oder Brough Superior stiegen. Hemd ist Pflicht, viele waren tatsächlich im Anzug unterwegs (ich auch), und das Bike sollte möglichst alt, umgebaut oder beides sein. Auf meine Bullet trifft zwar weder das eine noch das andere zu, aber bei ihr fällt das ja nicht weiter auf. Mit 76 Motorrädern, darunter einige wohlriechende Zweitakter und jede Menge bollernde Oldtimer, durch die Stadt zu fahren, war jedenfalls ein eindrucksvolles Erlebnis.Und einem gewissen kleinen Gentleman auf dem Soziusplatz hat es auch Spaß gemacht.
Hier ein paar Bilder:











15.09.2019

Knackige Sportlerinnen

Die passen schon gut zusammen, meine Buell und die Street Triple meiner Liebsten, oder? Zwei knackige Sportlerinnen für den klassischen Motorradspaß auf der Landstraße. Heute Nachmittag waren das fast 200 Premiumkilometer durch Tauber- und Jagsttal. 
Im Moment genieße ich jeden Meter mit der zickigen Amerikanerin. Trotz allen Ärgers zwischendurch freue ich mich, dass ich sie habe. Es gibt einfach nichts Vergleichbares. 

25.08.2019

Treffen in Thüringen

Mit meinen Freunden Ralf, Max und Uli bin ich früher, in den 90ern, lange Strecken gefahren - ob durch Polen und die Ukraine oder nur zu MZ-Treffen irgendwo in der Pampa. Damals alle auf MZ, mit Zelt und Schlafsack auf dem Rücksitz. Goldene Zeiten. Doch die sind für uns alle vorbei. Immerhin fahren wir noch Motorrad, und die drei Jungs treffen sich auch einmal jährlich, wenn auch mittlerweile lieber in einer Pension als auf dem Zeltplatz. 
Dieses Jahr fand die Zusammenkunft im Thüringer Wald statt  - eine schöne Gelegenheit, eine kleine Motorradtour mit der Familie zu unternehmen und dazuzustoßen. Leider fiel das gemeinsame Mittagessen sehr kurz aus, weil ... Aber lassen wir das. Manche Sachen ändern sich auch nach 25 Jahren nicht, und irgendwie ist das auch beruhigend. Es war jedenfalls ein schöner Tag, wenn es auch eine Verlustmeldung gibt. Ein Dichtring an der Telegabel der Honda hat sich endgültig verabschiedet. Da ist bald ein Werkstattaufenthalt nötig. Bei der MZ hätte ich das noch selbst gemacht. Aber wie gesagt: Diese Zeiten sind vorbei.