15.08.2018

Himmelfahrt

Der Rest Deutschlands hasst Bayern ja wegen seiner vielen Feiertage. Dabei gibt es selbst innerhalb des Freistaates Grund zum Neid. Manche Feste gelten tatsächlich nur in mehrheitlich katholischen Regionen, beispielsweise das heutige (Mariä Himmelfahrt). Als Würzburger habe ich den Joker gezogen, obwohl ich mit dem Katholizismus soviel zu tun habe wie mit Golf oder klassischer Musik. Als Konfessionsloser müsste ich, wenn man's genau nimmt, eigentlich sogar arbeiten gehen...
Egal, wir genossen unsern exotischen Feiertag und nutzten ihn für eine kleine Motorradtour ins schöne Königsberg in Bayern. Eine bildhübsche Fachwerk-Stadt, in der heute ein Flohmarkt mit ganz viel provinziellem Kunsthandwerk stattfand. Nur ein Anwohner schoss quer und stellte jede Menge schräger Exponate und Schilder vor sein Haus, von dem ich das auf dem Bild am coolsten fand. Könnte ein Motto werden...

10.08.2018

Blaue Kampfhummel

Die BMW G 310 R bin ich vor zwei Jahren bei ihrer Präsentation erstmals gefahren und war ganz angetan. Heute bekam ich sie mal wieder in die Hände und konnte eine nette Dienstreise ins Schwäbische mit ihr antreten. Die 34 PS reichen auf den kleinen Landstraßen vollkommen aus, wenn ich mir auch etwas mehr Drehmoment statt Drehzahl wünschen würde. 500 statt 300 Kubik und ein paar Zähne weniger auf dem Kettenrad, und sie wäre perfekt. Ach ja: Und etwas weniger Ansauggeräusch. 

06.08.2018

Sonne

Heute noch eine kleine Guten-Abend-Runde in der Würzburg-Schweinfurter Pampa gedreht (Foto: die Wallfahrtskirche Fährbrück). Die tiefstehende Sonne machte ein wunderbares Licht, und die Enfield steuerte ihr warmes Bollern bei. Kann man aushalten.

03.08.2018

300 Kilometer Kurven

Nach einem Jahr Pause konnte ich 2018 wieder an der Motorradausfahrt meines Arbeitgebers teilnehmen, die - obwohl ein beruflicher Pflichttermin - schon längst auch ein persönliches Motorradhighlight geworden ist. In diesem Jahr ging es in die Eifel und die belgischen Ardennen, Basisstation war Aachen. Es gab also richtig viel zu fahren, denn schon die Anreise war mit rund 450 Kilometern ein ordentlicher Brocken. Und das bei 38 Grad Celsius!
Das schönste an der Tour war, dass ich mal wieder ein paar neue Motorradreviere kennenlernen konnte. Das Lahntal zwischen Limburg und Bad Ems beispielsweise ist ein bezauberndes Stück Landschaft. Auch der Taunus hat abseits der bekannten Feldbergauffahrt noch einiges zu bieten. Am meisten gefiel mir jedoch die Eifel. Auch wenn wir uns überwiegend im nicht ganz so spektakulären nördlichen Teil aufhielten (das ist eigentlich ein eigener Naturraum, das Hohe Venn), gab es dort ein paar tolle Strecken zu entdecken, etwa von Gerolstein nach Salm: 15 Kilometer feinste Kurven durch den Wald, praktisch unbefahren und ohne jede störende Ansiedlung. Am besten gefiel mir aber die Rückfahrt, die uns nahe am Nürburgring vorbeiführte. Wer schon immer mal wissen wollte, wie beispielsweise die Bergstraßen auf Korsika aussehen, der kann sich auf die Strecke von Fuchshofen nach Reifferscheid begeben: Superenge Serpentinen übereinander in den Hang gestapelt, schmale Fahrbahn, bröckeliger Asphalt - ein Heidenspaß. Und oben auf der Hochfläche dann weite Ausblicke über grüne Wiesen. Deutschland ist einfach schön. Nie hätte ich gedacht, dass man zwischen Aachen und Wiesbaden auf 300 Kilometern nur Kurven fahren kann. Und da die Eifel auch noch ziemlich groß ist (5.300 Quadratkilometer, zum Vergleich: Schwarzwald auch nur 6.000), und sich direkt südlich der Mosel der ebenso schöne Hunsrück anschließt, könnte man dort durchaus noch einmal ein verlängertes Wochenende verbringen. Die nördlichen Ardennen in Belgien fielen im Vergleich deutlich ab. Das Gebiet ist extrem dicht besiedelt, und so fährt man trotz schöner Landschaft eigentlich immer durch Dörfer und Kleinstädte.
Unterwegs war ich mit meiner Honda. Der Buell traue ich mehrtägige Touren einfach nicht mehr zu, und bei der unerträglichen Hitze wäre die Luftgekühlte wahrscheinlich schlicht und einfach explodiert. Die Honda tat natürlich unerschütterlich ihren Dienst, wobei ich immer mehr spüre, dass sie wirklich zu klein und niedrig für meine Statur ist. Ich werde wohl mittelfristig doch nicht an einer Reiseenduro vorbeikommen, zumal mir kleine und kleinste Sträßchen mit schlechtem oder gar keinem Asphalt immer mehr Spaß machen. Mal sehen, was die neue Saison bringt.

11.07.2018

Schönes Transportmittel

Vor ein paar Jahren postete ein Kollege das Bild einer BMW R Nine-T mit Tankrucksack - und wurde umgehend gemobbt: Wie könne man nur ein so schönes Motorrad derart verschandeln? Das hab ich damals nicht verstanden. Ich freue mich immer, wenn ich Motorräder mit Gepäck sehe. Denn das zeigt, dass sie artgerecht genutzt wird. Schließlich ist auch ein Motorrad nur ein Transportmittel.
Gestern und heute fuhr ich mit der Kawasaki Z 900 RS zu einem Termin am Bodensee und zurück. Der Rucksack ließ sich an den Gepäckhaken der Kawa sauber verspannen; für die Japaner ist Schönheit und Praxistauglichkeit offensichtlich kein Widerspruch. Und dank der kompetenten Routenführung eines Kollegen, der Oberschwaben und die Alb wie seine Westentasche kennt, lernte ich ein paar schöne neue Strecken kennen. 

08.07.2018

Wiedergeburt

Neue Reifen sind das einzige äußere Merkmal für das, was sich an meiner Buell in letzter Zeit geändert hat. Wie bereits berichtet, hatte die Werkstatt zuletzt endlich herausgefunden, dass die andauernden Radlagerschäden kein Zufall waren, sondern eine gemeinsame Ursache haben mussten. Diese ist nun behoben.
Im gleichen Zug ließ ich die nach wenigen tausend Kilometern bereits abgefahrenen Pirelli Diablo Rosso II durch Angel GT ersetzen. Tourensport statt Sport also. Der erste Eindruck war verblüffend. Der Komfort ist überwältigend, die Reifen schlucken sämtliche kleinen Unebenheiten, die beim Diablo noch zu Stuckern geführt haben. Die Straßenhaftung ist viel besser, und auch an Stabilität mangelt es nicht. Wenn jetzt auch noch die Laufleistung ähnliche Fortschritte gemacht hat, dann bin ich wirklich begeistert.
Insgesamt fährt die Buell nicht nur endlich wieder, sie fährt auch besser als je zu vor. Das Getriebe schaltet sich leichter, die Bremse greift schneller, und dazu noch die neuen Reifen. Alles zusammen konnte ich gestern auf einer schönen Tour mit Isa und meinen Brüdern ausprobieren. 300 Kilometer durch die Rhön bei perfektem Wetter, und als Bonbon gab es noch ein Treffen mit meinen drei ältesten Motorradfreunden, die zeitgleich in Thüringen unterwegs waren. Jetzt ist alles wieder gut.

02.07.2018

"Du musst dafür bezahlen"

Als ich Ende Mai vollkommen euphorisiert durch die Schweizer Alpen fuhr,  da saß ein kleines Teufelchen auf meiner Schulter und flüsterte: Das ist alles viel zu gut. Da stimmt doch was nicht. Bestimmt passiert demnächst was schlimmes. Du musst dafür bezahlen, dass es Dir gerade so gut geht.
Und was soll ich sagen - genau so kam es. Als ich kurze Zeit später bei einer Pause verliebt auf den Einzylinder glotzte, sah ich plötzlich einen komplett verölten Zylinder. Die Diagnose lag nahe: Kopfdichtung hinüber. Dank Garantie war die Reparatur ein zwar kostenfreies, aber doch aufwendiges Vergnügen, ist die Werkstatt doch rund 150 Kilometer entfernt. Und weil mangels Diagnosegerät beim ersten Werkstatttermin eine Fehlermeldung nicht zurückgesetzt werden konnte und deshalb die Motorkontrollleuchte weiter brennt (ja, die Enfield hat so etwas), muss ich demnächst nochmal hin. Kommt mir vor, als würde ich die meisten Royal-Enfield-Kilometer auf dem Weg vom oder zum Händler zurücklegen. Der Weg ist das Ziel...

Aber es kam noch schlimmer. Am Tag nach der Rückkehr aus der Schweiz stieg ich auf meinen anderen luftgekühlten Langhuber, um mit meinem Bruder noch ein paar Kilometer mit etwas höherem Tempo zu fahren. Wir kamen ungefähr 30 Kilometer weit, dann hörte ich wieder klappernde Geräusche aus dem Vorbau der Buell. Genau so wie im vergangenen September, als das Radlager kaputt war. Sollte das schon wieder... ? Unmöglich, nach insgesamt weniger als 100 gefahrenen Kilometern! Aber genau so war es. Glücklicherweise schaute die Harley-Werkstatt diesmal etwas genauer hin und fand eine verbogene Radachse und eine beschädigte Distanzhülse, die das Lager wohl unter Axialkraft gesetzt haben. Das sollte jetzt also nicht mehr vorkommen, oder? Was meinst Du dazu, kleines Teufelchen?

P. S. Auch an der Vierradfront sieht es nicht besser aus. Nach problemlosen acht Jahren und 120.000 Kilometern hat der Familienskoda abrupt beschlossen, jetzt auch einmal ein paar Werkstattrechnungen zu sammeln. In diesem Frühjahr traten in kurzer Folge zwei Schäden auf: Steuerkette gelängt (nicht ungewöhnlich bei diesem Motor, und sehr teuer) sowie Endschalldämpfer abgefallen (so ungewöhnlich, dass es nicht einmal Erstazteile gibt, außer natürlich bei Skoda, sehr teuer).

Es gab Momente in den letzten Wochen, in denen ich beinahe der Verzweiflung anheimgefallen wäre.